Die zwei Bausteine: Fühlen & Begegnen
Unsere Initiative ruht auf zwei fundamentalen, gleichwertigen Säulen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Sie bilden die Grundlage für ein Leben in Würde, Liebe und Freiheit. Die eine Säule ist der Weg nach innen, zu unserem Fühlen und unserer wahren Natur. Die andere ist der Weg nach außen, in die authentische und urteilsfreie Begegnung mit anderen. Erst im Zusammenspiel beider Bausteine kann sich das volle Potential von Verbundenleben entfalten.
Nichtwissenfühlen®
Der Weg nach innen: Wie wir durch bewusstes Fühlen Denkspiralen unterbrechen und eine Antwort auf psychische Belastungen finden.
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Sich Zeigen & Zuhören
Der Weg nach außen: Die Kunst der urteilsfreien Begegnung, die eine neue Art des Miteinanders und echte Gemeinschaft ermöglicht.
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Eine junge Frau hat ihre Erfahrung mit dem Nichtwissenfühlen® für sich noch weiter betrachtet und hat, wie wir finden, ein hilfreiches Bild dafür geschaffen.
„Was, wenn es kein Wohin mehr gäbe? Was, wenn der Weg nicht das Ziel ist, weil es nicht mehr darum geht, irgendwohin zu gehen? Weil die Schritte schon gegangen wurden, und zwar bis zu dem Punkt, wo man nicht mehr weiter weiß. Genau um diesen Punkt geht es hier. Das ist ganz wörtlich der springende Punkt, also der Punkt, nach dem man nicht mehr geht, sondern verbleibt und dann springt.
Bis hierher sind wir die Schritte des Denkens gelaufen. Wir setzen uns mit der Realität und unserer Vorstellungen auseinander und tun alles erdenklich Mögliche, um die Realität mit unseren Vorstellungen zu vereinen. Oft klappt es nicht, und um diesen Konflikt herum entsteht ein Problem. Weil wir denken, weil wir Lösungen suchen, weil wir es nicht wahr haben wollen, weil wir es nicht akzeptieren, hadern wir, und mit den Problemen kommen auch die Symptome, die Ängste, die Zwänge, die Süchte und die Depressionen.
Aber seit wann ist es verkehrt, eine Lösung zu suchen? Sollten wir nicht alle heutzutage gefälligst lösungsorientiert denken? Ja und nein. Ja, wenn es um Probleme geht, die gelöst werden können. Zum Beispiel um fehlende Informationen zu erfassen oder bei praktischen Engpässen, da kann das Denken mächtig sein. Nein, wenn das Denken an seine Grenze kommt und den Punkt erreicht, an dem es nicht mehr gehen kann, sondern nur springen. Ein Sprung ins kalte Wasser. Ein Sprung ins Fühlen.
Der springende Punkt befindet sich an der Schwelle: eine Grenze, die de-finiert und öffnet. Innerhalb dieser Grenze ist das Denken mächtig, außerhalb völlig ungeeignet und gar schädlich. Denkend umgehen mit Gefühlen, auch indem man sie zum Beispiel benennt, ist schädlich, einfach deswegen, weil das Denken ein ungeeignetes Handwerkzeug dafür ist. Ge-fühle sind halt zum Fühlen da. Das Denken ist eine präzise Pinzette, die mit konkreten, definierten Inhalten umgehen kann. Das Fühlen ist wie Wasser: Damit kann die beste Pinzette gar nichts. Hier plädiert man nicht für ein Aufgeben des Denkens, sondern für ein Denken, das an seine Grenze kommt und sie als solche wahrnimmt: als eine Schwelle zum Fühlen. An diesem Punkt gekommen kann man dann nur das Gerüst des Denkens niederlegen und ins Wasser des Fühlens springen. Ein Gerüst wäre sowieso im Wasser ein Hindernis.
Um in diesem Wasser nicht unterzugehen, ist das Wissen um das Nichtwissen notwendig.
Jiddu Krishnamurti hat uns darauf aufmerksam gemacht: Alles ist miteinander verbunden, und niemand kann sich aus der Verbindung zu seiner Mitwelt herausziehen. Wir können im Äußeren einen Abstand schaffen zu dem, was uns nicht gefällt, beispielsweise den Kontakt zu einer Person abbrechen, den wir nicht mehr haben wollen. Doch in unserem Inneren ist alles weiter vorhanden, was zwischen uns gewesen ist. Unser Gehirn hat alles gespeichert, was uns mit unserer Mitwelt verbunden hat. Deshalb sind und bleiben wir immer ein Teil des Ganzen. Das ist die unzerstörbare Grundlage dafür, dass wir, wenn wir uns verändern, zugleich die Gesellschaft verändern.
Wer unter gesellschaftlichen Zuständen leidet, dem signalisierte sein Gehirn durch das Leid, kläre dein Leid. Damit änderst du dich auch in deiner Beziehung zur Gesellschaft. Dies wird auch die Gesellschaft ändern.
Die Menschheit verfügt über das Wissen, wie die großen Probleme der Menschheit, wie Hunger und Umweltzerstörung gelöst werden können. Es mangelt nicht an Wissen, auch wenn natürlich immer neue sinnvolle Erkenntnisse gewonnen werden können.
Es mangelt an der Fähigkeit, der Bereitschaft und der Einsicht in die Entwicklung einer guten Kooperation. Wenn jegliches Konkurrenzdenken verworfen und alles Wissen konstruktiv zusammengetragen wird, sind alle großen und kleinen Probleme, die persönlichen wie die gesellschaftlichen lösbar.
Deshalb kümmern wir uns zuallererst darum, dass wir lernen, gut miteinander umzugehen. Dazu gehört, dass wir die Angstgefühle als unsere Helfer begreifen, sie nicht bekämpfen, sondern als Aufruf für ein Handeln in Liebe und Würde verstehen.
Nur in Zusammenschlüssen von Menschen, die nicht mehr ins Gegeneinander gehen, können die bestehenden gesellschaftlichen Probleme gemeinsam betrachtet und angegangen werden. In den Goldgruben und Pusteblumen legen wir durch das Nichtwissenfühlen und das Sich Zeigen und Zuhören die Grundlage für ein neues Miteinander und damit auch für neue gesellschaftliche Strukturen.
Wir wissen nicht, was dabei herauskommt. Das wird das Ergebnis von der Entwicklung unserer Fähigkeiten und unseres Handelns sein, also nicht vorhersehbar.
Doch eines wissen wir, die jetzige Art unseres Mit- oder besser Gegeneinanders machen wir nicht mehr mit, weil es damit uns und anderen niemals wirklich gut geht.
Wir sind nicht perfekt im guten Miteinander, doch das ist unsere Vision.
In den Goldgruben und in den Pusteblumen lernen und entfalten wir unser Potential für Verbundenleben. Damit dies möglich wird, halten wir uns an die genannten „Spielregeln“. Aber wir können auch unendlich viele andere Dinge gemeinsam machen, wie essen, tanzen, reisen, sich besuchen, quatschen, Sex, singen, zusammen wohnen usw. Wenn wir uns und andere Menschen bei den Treffen kennenlernen, können zusätzlich persönliche Freundschaften entstehen, die auf ihre Weise unser Leben bereichern und erfreulich machen. Da gibt es keine Grenzen, wenn wir im tiefen Herzen begriffen haben, dass wir niemanden mehr benutzen wollen.
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