Die Inseln
„Raus aus der Einsamkeit, rein in die Verbundenheit“ ist für uns keine Idee oder Absichtserklärung. Wir sind dabei, Verbundenleben lebendig werden zu lassen.1 Wir beginnen in unseren Inseln, die wir innerhalb einer Welt der Aggressivität und der rücksichtslosen Vorteilnahme entstehen lassen.
Das größte Hindernis – und was wir daraus machen
Das größte Hindernis für Verbundenleben sind die negativen Gefühle. Nicht, weil sie da sind. Sondern weil wir falsch damit umgehen, erzeugen wir unsere individuellen und gesellschaftlichen Probleme.
Negative Gefühle wie Angst, Wut, Neid, Traurigkeit usw. abzulehnen, sie zu bekämpfen, zu unterdrücken, zu verdrängen oder darüber zu grübeln, macht uns krank.
Weil die Ablehnung negativer Gefühle so verbreitet ist, leben wir in einer Gesellschaft, die krank ist und immer mehr Probleme und Krankheiten produziert.
Wir wollen die gesundheitsfördernde Botschaft der negativen Gefühle verstehen, nämlich dass wir etwas in unserem Denken und Leben zu ändern haben. Gefühle müssen gefühlt werden, damit wir ein freies und befriedigendes Leben in guter Gemeinschaft entfalten können.
Das kluge Verstehen unserer Gefühle und Probleme geschieht durch unsere Lebensintelligenz. Sie will, dass wir gut mit uns umgehen und dass wir in guter Gemeinschaft leben.
Dabei stützen wir uns auf die beiden Bausteine:
Mit dem „Nichtwissenfühlen“ lernen wir, gut zu uns selbst zu sein. Mit „Sichzeigenundzuhören“ gestalten wir ein freies und ehrliches Miteinander.
Bei den Inseltreffen lernen wir mit dem Nichtwissenfühlen und dem Sichzeigenundzuhören die Energie der negativen Gefühle in Lebensfreude und gute Gemeinschaft zu verwandeln. Das Inselleben ist nicht perfekt. Wir haben Verständnis für die Schwierigkeiten, die auftreten können. Auch im Alltag fördern wir die Verbreitung vom Nichtwissenfühlen und dem Sichzeigenundzuhören. Denn wir wollen überall die negativen Gefühle verstehen und gut mit ihnen umgehen.
Jede Äußerung ist eine Aussage über die Person, die sie macht
Wir müssen lernen, dass jede Äußerung immer eine Aussage über die Person ist, die sie macht. Denn sie kommt aus seinem Mund und aus seinem geistig-emotionalen Hintergrund. Wenn ich sage: „Du bist doof“, dann ist das in Wirklichkeit nur eine Aussage über mich. Denn ich bin der Auffassung, du seiest doof. Das hat erst einmal nichts mit dir zu tun, sondern nur mit mir. Dann schaust du, was es mit dir macht, und du verschaffst dir Klarheit über deinen Hintergrund, wenn du bei dieser Aussage von mir dich negativ fühlst. Dann äußerst du dich entsprechend. Das kann dann zwischen uns hin und her gehen. Und wenn jeder dabei seine eigenen negativen Gefühle betrachtet, kann der Hintergrund für die Aussage „du bist doof“ immer klarer werden, vielleicht nur für einen von beiden, im günstigen Fall für beide.
So kommen wir mit unseren miesen Gefühlen, wenn wir denken, sagen oder hören „du bist doof“ selbst klar. Dann gibt es auch keinen Ärger mehr über andere oder er kommt kurz auf und verfliegt dann mit der Klärung.
Wenn wir uns nicht mehr ärgern, haben wir die Ruhe, aufzupassen, dass uns durch bösartiges Handeln kein Schaden zugefügt wird. Wenn wir nicht mehr von anderen erwarten, dass sie uns nicht mehr weh tun sollen, dann haben andere Menschen die psychologische Macht über uns verloren. Denn wir lassen ihre negative Gefühle bei ihnen.
Und falls sie eine wirkliche Macht über uns haben, beispielsweise als Vorgesetzte durch das Arbeitsrecht, mit der sie uns vielleicht Schaden zufügen können, brauchen wir einen klaren Kopf. Weil wir nicht beleidigt sind, sondern die negativen Gefühle bei dem lassen, der sie produziert, können wir in der Sache, um die es geht, bestmöglich antworten.
Was wir brauchen: Eine grundlegende Veränderung unserer Denkweisen – eine geistige Revolution von Konkurrenzdenken zum Verbundenleben.
Der Geist oder die Haltung in den Inseln
Die gemeinsame Erklärung
Der revolutionäre Geist in den Inseln, der das Miteinander grundlegend verändert, entsteht dadurch, dass sich die Inselbewohner von Anfang an darauf verständigen:
Die gemeinsame Erklärung
- Wir wollen vorhandene und aufkommende negative Gefühle immer bei uns selbst auflösen, indem wir die positive Botschaft in den negativen Gefühlen entdecken.
- Wir gehen ins Nichtwissenfühlen, wenn negative Gefühle sich nicht auflösen.
- Wir unterstützen uns in diesem Klärungsprozess gegenseitig durch das Sichzeigenundzuhören.
Das Aufschreiben und das Lesen dieser drei Punkte ist einfach. Es ist noch keine Revolution. Diese neuartige Revolution beginnt, wenn das gegenseitige Benutzen nicht mehr stattfindet und wirkliche Kooperation und echte Gemeinschaft gelebt werden. Wenn Verbundenleben gefühlt wird, ist klar, dass wir aus dem Gegeneinanderdenken ausgestiegen sind.
Solange man es nicht ausprobiert, die negativen Gefühle in sich selbst zu verstehen und sie nicht wieder nach außen zu tragen, erscheint dies unmöglich. Denn die Menschheit ist es seit Jahrtausenden gewohnt und jeder von uns seit Jahrzehnten darin geübt, das eigene negative Empfinden an anderen abzulassen oder gegen uns selbst zu richten. Wenn man jedoch das Inselleben kennengelernt hat, möchte man diesen geistigen Zustand von Gemeinsamkeit durch Klärung der Störungen nicht mehr verlieren.
Die drei Prinzipien
Das erste Prinzip Selbstvertrauen
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Wir machen keinerlei Kommentare über andere Personen.
Damit geben wir die Intention, eine Wirkung auf andere erzielen zu wollen vollständig auf. Wir leben aus dem Bewusstsein heraus, dass jede Meinung und Auffassung, die ein Mensch vertritt, Ausdruck seiner Lebensgeschichte sind. Niemand ist berechtigt, einem anderen Menschen seine Geschichte abzusprechen. Wenn wir keine Kommentare in Richtung der anderen Person abgeben, so ist dies das Ende vom Rechthabenwollen und vom Besserwissen. Das ist vollständiger Respekt gegenüber anderen Menschen.
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Indem wir niemanden mehr verändern wollen, ist es auch selbstverständlich klar, dass auch wir uns selbst nicht mehr verändern lassen.
Alle Zweifel an der eigenen Person und die damit verbundenen Minderwertigkeitsgefühle sind hinfällig.
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Wir sind uns der eigenen Begrenztheit bewusst.
Wir können nur das einbringen, was wir bisher in unserem Leben erfahren haben. Irrtümer und Fehler sind der natürliche Ausdruck der Begrenztheit eines jeden Menschen. Fehler sind also kein Mangel der Person, sondern die Tür zum Lernen von etwas Neuem, was wir noch nicht wussten, als wir den Fehler gemacht haben. Wir freuen uns, wenn wir unsere Fehler entdecken, weil wir in diesem Moment innerlich reicher werden.
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Da es keine gegenseitige Kritik und keine Angriffe gibt, entfällt auch jedes sich Verteidigen und Rechtfertigen.
Neue Einsichten kann jeder nur bei sich und für sich selbst entdecken.
Das zweite Prinzip Gegenseitige Unterstützung
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Jetzt mag man denken: Wenn wir uns nicht mehr über die anderen äußern, dann entsteht keine Beziehung unter uns. Dann sei das doch nur ein Nebeneinanderherlaufen. Das Gegenteil ist der Fall.
Indem wir ausschließlich über das sprechen, was uns bewegt, zeigen wir nicht mehr auf die anderen, sondern zeigen uns selbst. Dann kann jeder für sich klären, was Äußerungen anderer für uns bedeuten.
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Wenn das Rechthabenwollen nicht mehr stattfindet, können wir uns wirklich für die anderen interessieren.
Wir müssen beim echten Zuhören nicht mehr gleichzeitig aufpassen, dass wir nicht missverstanden oder untergebuttert werden. Wir sind frei voneinander das zu lernen, was wir selbst für sinnvoll halten.
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Der reich gedeckte Tisch ist der ungewöhnlichste Teil, gewissermaßen das Herzstück einer Revolution im Zusammensein.
Selbstverständlich gehen wir auf das ein, was andere sagen. Doch wir gehen auf eine völlig neue Weise darauf ein. In uns gibt es keine Absicht mehr, den anderen von dem zu überzeugen, was man für richtig hält, oder eine Bestätigung zu bekommen. Wir wollen auch nicht trösten und den anderen stärken. Das sind Umgangsformen, die Kindern gegenüber notwendig sind, solange sie zur Selbsterkenntnis noch nicht in der Lage sind.
Aber als Inselbewohner bieten wir uns gegenseitig einen reich gedeckten Tisch mit persönlichen Erfahrungen, Gefühlen und Einsichten an. Von diesem Tisch kann jeder nehmen, was er für sich braucht. Jeder legt seinen Reichtum auf den Tisch, ohne eine Bestätigung oder Anerkennung zu erwarten.
Es ist ungewöhnlich, wenn wir keine Absichten gegenüber den anderen mehr verfolgen. Doch wenn wir uns darauf einlassen, ist es enorm erleichternd, einfach zu sagen, was einem am Herzen liegt. Wenn wir keine Absichten mehr verfolgen, können wir schauen und daraus lernen, was mit unseren Gaben, die wir eingebracht haben, geschieht.
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Da wir in allen negativen Gefühlen die positive Kraft entdecken wollen, sollen auch alle negativen Gefühle geäußert werden können.
Denn wenn negative Gefühle nicht betrachtet werden, wirken sie im Unterbewusstsein weiter und verstärken sich damit meistens. Wenn wir selbst wirklich nicht mehr mit Urteilen über andere operieren, verlieren wir auch die Angst vor den eigenen negativen Gefühlen. Denn diese Angst ist die Angst vor den Reaktionen der anderen. In einer Gemeinschaft, die sich darauf verständigt hat, können wir uns auch den unangenehmen Gefühlen stellen.
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Wenn diese Grundhaltung in allen Inselbewohnern vorhanden ist, dann erst ist es auch möglich, sich kritisch oder ablehnend zu dem zu äußern, was eine andere Person gesagt oder getan hat, ohne dass dies zum Streit führt.
So können auch unterschwellige negative Strömungen angesprochen werden. Jede Kritik ist nicht mehr eine Aufforderung an den anderen sich zu ändern. Es ist einfach eine der Gaben, die mit auf den Tisch gelegt werden. Und jeder kann selbst sehen, was er damit für sich anfangen kann. So kommen wir in einen echten Austausch über unsere Unterschiede, die ganz natürlich vorhanden sind. Und die Unterschiede zwischen uns verwandeln sich nicht mehr in ein Gegeneinander, sondern sind gemeinsamer Reichtum.
Das dritte Prinzip Verständnis
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Wir wissen um die Heftigkeit der alten Denkweise von Angreifen und Verteidigen, die sich von Kindheit an mit ihren Ängsten, Sorgen und Kämpfen in uns verwurzelt hat.
Wir haben uns diese Vorstellungen als Notfallreaktionen zugelegt, weil wir in den Gemeinschaften, auf die wir angewiesen waren, damals keine andere Alternative hatten. Weil das alte Denken so tief verwurzelt ist, kann es immer wieder mal geschehen, dass wir unser grundlegendes Selbstvertrauen aus den Augen verlieren. Verunsicherung und Angst können dann durch bewusste oder unterbewusste negative Erinnerungen übermächtig werden.
In solchen Situationen brauchen wir Menschen, die uns ohne Vorwürfe und ohne Bevormundung zur Seite stehen, wir brauchen den Austausch mit Menschen, die damit umzugehen wissen. Oftmals sieht ein Außenstehender schneller als wir selbst, wenn wir unser Selbstvertrauen verlieren.
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Die gemeinsame Erklärung mit den drei Punkten bei Gründung der Inseln schafft Verständnis und Verlässlichkeit aufeinander.
Diese Erklärung entfaltet ihre Wirkung jedoch nur, wenn die drei Notwendigkeiten durchdacht und als richtig gefühlt wurden. Eine bloß verbale Erklärung ohne Tiefgang hält den manchmal sehr heftigen Emotionen nicht stand. Doch wenn wir diese drei Notwendigkeiten einmal richtig eingesehen haben, wir sie aber bei hohem emotionalem Druck aus dem Auge verloren haben, dann kann ein anderer Inselbewohner uns daran erinnern. Dann können wir schnell wieder die Angst vor unseren negativen Gefühlen verlieren.
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Um eine Inselgemeinschaft, in der wir uns gegenseitig vertrauen, lebendig werden zu lassen, brauchen wir nicht nur eine gemeinsame Haltung zum Umgang mit unseren Problemen, sondern auch verbindliche Spielregeln der Kommunikation.
Wir müssen uns auch darauf verlassen, dass die Regeln, auf die wir uns verständigen, von allen eingehalten werden. Und dass jeder bereit ist, kritische Hinweise von anderen auf Verstöße gegen die Verabredungen für sich selbst ernsthaft zu prüfen. Dazu gehört allerdings nicht, dass die Hinweisgeber erwarten, dass die Kritisierten sich korrigieren. Denn es kann ja durchaus sein, dass der gut gemeinte Hinweis selbst problematisch ist.
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Wenn alle Inselbewohner der eigenen Lebensintelligenz vertrauen, dann wird die Lebensintelligenz gemeinsam spürbar.
Denn die Lebensintelligenz ist in uns allen enthalten und ermöglicht überhaupt diese Entwicklung der Menschheit. Es ist die Kraft in uns, die weiß, dass es wirkliches Wohlbefinden nur gibt, wenn wir unsere persönlichen Potenziale in guter Gemeinschaft entfalten können. Unsere Lebensintelligenz weiß um die universelle Verbundenheit von allem und verlangt deshalb, dass wir Verbundenleben. Damit wir dies auch kapieren, bekommen wir die negativen Gefühle, wenn wir dagegen verstoßen. Die Lebensintelligenz, die in uns arbeitet, ist nicht meine oder deine Intelligenz, sie ist einfach Ausdruck der universellen Lebensintelligenz. Wenn sie nicht von Separatinteressen gebremst wird, sondern frei ist, geht es uns wirklich gut. Dann haben wir das natürliche Bedürfnis, dass dieses Lebensgefühl, das in den Inseln entsteht, auch im Alltag lebendig bleibt.
Inselgründen
Inseln entstehen, wenn eine Gruppe von mindestens 2 Personen sich auf die gemeinsame Erklärung verständigt. Jeder und jede können jederzeit Inseln gründen, wenn sie diese Haltung zu einer grundlegenden Änderung im Miteinander für sich entdeckt haben und verbunden leben wollen. Du kannst alle Anregungen zu Verbundenleben, die du hier auf der Website findest, in deinem eigenen Leben umsetzen und weitergeben. Es ist ein Wissen, auf das jeder Mensch Zugriff hat, wenn er in sich hineinspürt.
Anmeldung zur Inselteilnahme
Wenn du an den Inseln, die der Verein organisiert, teilnehmen möchtest, melde dich hier an. Immer wenn sich fünf Personen angemeldet haben, machen wir einen Terminvorschlag für eine Insel. Je nachdem, wo die Interessenten wohnen, organisieren wir ein reales Treffen oder ein Online-Treffen oder ein gemischtes Treffen (real und online). Wenn die Zahl der Interessenten zu groß wird, so dass wir es nicht mehr schaffen, neue Inseln zu gründen, planen wir, Schulungen anzubieten, wie man Inseln gründen kann.
Die Inseltreffen finden abends von 19 bis 21 Uhr statt. Wenn du dich anmeldest, solltest du diese Website gelesen haben. Du benötigst kein weiteres Vorwissen und musst auch nichts Besonderes vorweisen oder können. Entscheidend ist, dass du die gemeinsame Erklärung für sinnvoll und notwendig erkannt hast.
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Du meldest dich an
Trage bitte Name, E-Mail, deine Telefonnummer ein und gib alle Wochentage an, an denen du teilnehmen kannst. Telefonnummer ist notwendig für kurzfristige Absagen.
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Du bestätigst per E-Mail
Du bekommst eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst danach ist deine Anmeldung bei uns eingetragen.
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Die Inselbegleitung meldet sich
Wenn mindestens 5 Teilnehmer zusammen sind, bekommst du den Termin, die genaue Adresse oder den Zugangslink. Du kannst vorab alle Fragen stellen. Wir werden dich informieren, wenn wir sie unter FAQ beantwortet haben. Wenn dir etwas dazwischen kommt oder du das Interesse verlierst, sag uns bitte kurz Bescheid.
Das erste Inseltreffen
Wir nennen uns mit den Vornamen. Der Moderator des Vereins macht eine Einführung zur gemeinsamen Erklärung, zu den drei Prinzipien sowie zum Nichtwissenfühlen und zum Sichzeigenundzuhören.
Danach bittet er jeden Teilnehmer kurz zu sagen, warum er oder sie sich für die Insel interessiert. Jeder Teilnehmer kann, muss aber nicht, ein Thema benennen, das er gern besprochen haben möchte. Es kann ein persönliches Problem sein oder gesellschaftliche Sorgen oder auch Fragen zum Inselkonzept. Das Thema soll an dieser Stelle nur kurz benannt, aber nicht ausführlich dargestellt werden.
Diese Gesprächsrunde erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. Danach entscheiden die Inselteilnehmer, mit welchem Thema angefangen wird.
Derjenige, dessen Thema von der Gruppe ausgewählt wurde, hat dann die Möglichkeit, ausführlich darüber zu sprechen, was ihn an dem Thema bewegt. Anschließend bekommt jeder Teilnehmer in alphabetischer Reihenfolge die Möglichkeit, darüber zu sprechen, was das Thema in ihm ausgelöst hat. Das legt er oder sie auf den gemeinsamen „Tisch“. So kann sich der Blickwinkel auf das Thema für alle, aber vor allem auch für denjenigen, dem das Thema am Herzen liegt, verändern. Möglicherweise kann sich auch sein Problem klären. Die Runde kann beliebig oft wiederholt werden, bis derjenige, der das Thema vorgetragen hat, es beenden möchte.
Danach kann, wenn noch genügend Zeit zur Verfügung steht, ein weiteres Thema in gleicher Weise besprochen werden.
Nach 90 Minuten beginnt die Abschlussrunde. Zuerst hat jeder die Möglichkeit darzulegen, welche persönlichen Konsequenzen dieses Inseltreffen für sein Alltagsleben hat oder haben könnte. Danach gibt es die abschließende Feedbackrunde, wie dieses Inseltreffen erlebt wurde.
Nur in der Vorstellungsrunde und in der Feedbackrunde ist es notwendig, sich zu äußern. Das ist erforderlich, damit ein Gemeinschaftsgefühl entstehen kann. In den thematischen Gesprächsrunden muss man sich nicht äußern.
Anmeldung zu den Inseln
Die Anmeldung läuft
Trag dich ein – sobald sich genug Menschen für einen Wochentag gemeldet haben, melden wir uns mit einem Terminvorschlag.
Elemente vom Inseltreffen
Der Steinkreis Strukturierter Austausch – jeder spricht, wenn er den Stein hat. Zuhören und sich zeigen.
Der Steinkreis ist eine strukturierte Form des Gesprächs. Nur wer den Stein (symbolisch oder physisch) hält, spricht – alle anderen hören aufmerksam zu. Diese Form hilft, Unterbrechungen und Besserwisserei zu vermeiden und echte Begegnung zu ermöglichen.
Wir haben in den vergangenen Jahren ein bewährtes Verfahren, den Redestein, genutzt. Damit wird ein Gruppengespräch über persönliche und gesellschaftliche Themen nach unserer Beobachtung am besten organisiert. Der Redestein hat eine ähnliche Funktion, wie sie der Redestab bei Indianern hat.
Du sprichst erst dann, wenn du den Stein hast. Der Stein wird reihum gereicht, doch du musst nichts sagen, sondern kannst ihn still bei dir halten, solange es dein Bedürfnis ist und es von den anderen akzeptiert wird. Oder du reichst ihn kommentarlos weiter.
Bei einem Online-Gesprächskreis bietet es sich an, in alphabetischer Reihenfolge der Vornamen den virtuellen Redestein weiterzugeben. Wer mit seinem Beitrag fertig ist, sagt: „Ich bin fertig.“ Das ist zugleich die Aufforderung für die nächste Person zu sprechen.
Durch die Verlangsamung des Gesprächsablaufs hilft dir der Steinkreis, aus der eigenen Tiefe heraus zu sprechen. Über das zu sprechen, was dich wirklich berührt, das ist gemeint mit sich zu zeigen. Das bloße Reagieren auf andere oder sie zu kommentieren wird dadurch verhindert oder zumindest gebremst. Außerdem stellt der Steinkreis sicher, dass sich alle Teilnehmer gleichberechtigt einbringen können.2 Es geht nicht darum, Lösungen zu finden, sondern einander mit echtem Interesse zu begegnen. Dadurch können sich jedoch auch persönliche Probleme ohne jede Besserwisserei klären. Weitere Hinweise dazu in den Spielregeln.
Der Leitfaden für die Inseln 15 Punkte – vom Gespräch über die Verbindlichkeit bis zur Vertraulichkeit. Erfahrungen und Einsichten hören nicht auf. Durch das Praktizieren werden wir tiefgründiger und klarer.
Im Inseltreffen
- Wir führen die Gespräche in der Insel möglichst so, dass sich die negativen Gefühle auflösen und zu einer positiven Klärung der Probleme führen.
- Vor dem Ende des Treffens wird gemeinsam überlegt, wie die gewonnenen Einsichten bis zum nächsten Treffen im Alltag lebendig werden können.
- Wir tauschen uns in jedem Inseltreffen über die alltäglichen Erfahrungen mit den gewonnenen Einsichten aus.
Im Umgang miteinander
- Wir fühlen, denken, sprechen und handeln in eigener Verantwortung. Denn jeder Mensch kann seine persönlichen Probleme nur selbst lösen.
- Wir stehen anderen Inselbewohnern zur Seite, wenn sie in Not sind, soweit es uns möglich ist und wir es auch möchten. Dabei bestehen keine gegenseitigen Ansprüche. Wir gehen jedoch davon aus, dass alle Inselbewohner die drei Grundprinzipien mitbringen.
- Negative Gefühle können zu Spannungen in der Insel führen. Wir schieben sie nicht auf andere ab. Wir sprechen darüber, wenn andere in uns selbst negative Empfindungen auslösen.
- Wir beurteilen keine Personen. Zu den Auffassungen und Verhaltensweisen anderer können wir unsere eigene Sicht äußern.
- Sollten durch starke negative Gefühle Konflikte entstehen, die nicht gelöst werden können, entscheidet die Gruppe demokratisch nach dem Mehrheitsprinzip über das weitere Vorgehen.
Verbindlichkeit und Kontakt
- Wir nehmen regelmäßig an den Inseltreffen teil und melden uns ab, wenn wir verhindert sind.
- Jede Insel richtet einen Chat für alle Inselbewohner auf Signal ein. Dort erfolgen die Abmeldungen, wenn man verhindert ist. Außerdem können dort persönliche Erfahrungen ausgetauscht werden.
- Mit Zustimmung beider Seiten können jederzeit auch außerhalb der Inseltreffen persönliche Kontakte untereinander aufgenommen werden.
Vertraulichkeit
- Äußerungen über die persönliche Lebenssituationen, die in der Insel erfolgen, dürfen von den anderen nicht an Dritte weitererzählt werden. Bei Zuwiderhandlung kann ein Inselbewohner ausgeschlossen werden.
- Eine Ausnahme ist denkbar, wenn in der Insel über akute Gefahr für Leib und Leben gesprochen wurde.
- Über die gewonnenen Einsichten in der Insel und über das Inselleben selbst kann überall berichtet werden.
Grundsatz
- Verbundenleben dient weder dem Geldverdienen noch der Gründung ideologischer, esoterischer oder religiöser Gruppierungen. Wir wollen durch das Inselleben ein immer gründlicheres Verständnis unserer Wirklichkeit gewinnen, um sinnvoll handeln zu können. Wirklichkeit ist das, was auf uns einwirkt und in uns wirksam ist.
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