Das Inselleben

Die Inseln

„Raus aus der Einsamkeit, rein in die Verbundenheit“ ist für uns keine Idee oder Absichtserklärung. Wir sind dabei, Verbundenleben lebendig werden zu lassen.

Es sind Inseln in einer Welt, in der sich Aggressivität und rücksichtslose Vorteilnahme immer weiter ausbreitet.1

Worum es geht

Das größte Hindernis – und was wir daraus machen

Das größte Hindernis für Verbundenleben sind die negativen Gefühle. Nicht, weil sie da sind. Sondern weil wir falsch damit umgehen, erzeugen wir unsere individuellen und gesellschaftlichen Probleme.

Negative Gefühle wie Angst, Wut, Neid, Traurigkeit usw. abzulehnen, sie zu bekämpfen, zu unterdrücken, zu verdrängen oder darüber zu grübeln, macht uns krank.

Weil die Ablehnung negativer Gefühle so verbreitet ist, leben wir in einer Gesellschaft, die krank ist und immer mehr Probleme und Krankheiten produziert.

Wir wollen die gesundheitsfördernde Botschaft der negativen Gefühle verstehen, nämlich dass wir etwas in unserem Denken und Leben zu ändern haben. Gefühle müssen gefühlt werden, damit wir ein freies und befriedigendes Leben in guter Gemeinschaft entfalten können.

Das kluge Verstehen unserer Gefühle und Probleme geschieht durch unsere Lebensintelligenz. Sie will, dass wir gut mit uns umgehen und dass wir in guter Gemeinschaft leben.

Mit dem „Nichtwissenfühlen“ lernen wir, gut zu uns selbst zu sein. Mit „Sichzeigenundzuhören“ gestalten wir ein freies und ehrliches Miteinander.

Wir stoßen die Bildung von „Inseln“ an. Inseln bestehen aus 2–6 Personen. In größeren Gruppen ist der notwendige persönliche Kontakt nicht mehr gut möglich.

Bei den Inseltreffen lernen wir, die Energie der negativen Gefühle in Lebensfreude und gute Gemeinschaft zu verwandeln, so gut wir können. Wir fördern die Verbreitung vom Nichtwissenfühlen und dem Sichzeigenundzuhören im Alltag.

Was wir teilen

Die Inselbewohner teilen diese vier Grundeinstellungen

  1. Wir geben das Rechthabenwollen vollständig auf und wollen niemanden mehr überzeugen.

    Begründung: Wir halten wie jeder Mensch das, was wir meinen erkannt zu haben, für richtig. Doch das gilt für jeden anderen Menschen genauso wie für uns. Somit ist ein Streit um das Rechthaben sinnlos. Wir sind an einem ehrlichen Austausch über die unterschiedlichen Erfahrungen interessiert. Dadurch verbreitern wir unsere Wahrnehmung und können die eigenen Urteile und Schlussfolgerungen in Frage stellen.

  2. Wir wollen die vorhandenen und aufkommenden negativen Gefühle immer bei uns selbst auflösen und ihre positive Botschaft aufdecken.

    Begründung: Negative Gefühle werden üblicherweise immer weitergegeben und erzeugen damit das Leid unter den Menschen. Wir wollen diese Kette der Negativität beenden.

  3. Wir haben Verständnis für unsere Unvollkommenheit und gehen in diesem Veränderungsprozess geduldig miteinander um.

    Begründung: Aufgrund der tiefsitzenden Gewohnheiten verstoßen wir immer wieder einmal gegen gute Absichten. Das werfen wir uns nicht vor, sondern helfen uns gegenseitig, die lieblosen Reaktionen auf negative Gefühle hinter uns zu lassen.

  4. Wir halten den vorläufigen Leitfaden für die Gestaltung des Insellebens für sinnvoll und notwendig und orientieren uns daran. Verbesserungsvorschläge sind erwünscht.

Mitmachen

Inselteilnehmen

Inseln bestehen aus 2–6 Personen. Du brauchst kein Vorwissen und musst nichts können – nur bereit sein, die vier Grundeinstellungen mitzubringen.

  1. Du meldest dich an

    Such dir unten eine Insel aus – vor Ort oder online – und trage Name und E-Mail ein. Eine Telefonnummer ist freiwillig.

  2. Du bestätigst per E-Mail

    Du bekommst eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst danach ist deine Anmeldung bei uns eingetragen – so weiß niemand anderes dich an.

  3. Die Inselbegleitung meldet sich

    Du bekommst die genaue Adresse oder den Zugangslink und kannst vorab alle Fragen stellen. Wenn es doch nicht passt, sag einfach kurz Bescheid.

Insel Dortmund

Dortmund · Vor Ort

Beispieleintrag – zur Veranschaulichung

Termine
Dienstag, 6. Oktober 2026
Dienstag, 20. Oktober 2026
Dienstag, 3. November 2026
Uhrzeit
19:00 – 21:00 Uhr
Rhythmus
alle 14 Tage, dienstags
Begleitung
N. N.
Plätze
10 von 10 frei

Ein Gesprächskreis im Steinkreis: Wir sprechen über das, was uns wirklich berührt — ohne Bewertung, ohne Ratschläge.

Online-Insel am Mittwochabend

Online · Online

Beispieleintrag – zur Veranschaulichung

Termine
Mittwoch, 7. Oktober 2026
Mittwoch, 21. Oktober 2026
Mittwoch, 4. November 2026
Uhrzeit
19:30 – 21:00 Uhr
Rhythmus
alle 14 Tage, mittwochs
Begleitung
N. N.
Plätze
12 von 12 frei

Für alle, die keine Insel in der Nähe haben: derselbe Steinkreis, nur über den Bildschirm.

Insel Hannover

Hannover · Vor Ort

Beispieleintrag – zur Veranschaulichung

Termine
Samstag, 17. Oktober 2026
Samstag, 14. November 2026
Uhrzeit
15:00 – 18:00 Uhr
Rhythmus
einmal im Monat, samstags
Begleitung
N. N.
Plätze
8 von 8 frei

Eine kleine Runde, die sich monatlich trifft. Offen für alle, die Gemeinschaft in neuer Form mitgestalten wollen.

Selbst eine Insel eröffnen

Inselgründen

Der Verein unterstützt Personen, die Inseln bilden wollen, und fördert die Vernetzung von Inseln untereinander. Er bietet Informationsveranstaltungen zur Inselbildung an und vermittelt Interessierte miteinander. Wenn dir noch Mitstreiter fehlen, bringen wir dich mit anderen zusammen – ab zwei Personen kann eine Insel entstehen.

Einführung: Wie du selbst eine Insel eröffnest

Online · Online

Beispieleintrag – zur Veranschaulichung

Termin
Samstag, 24. Oktober 2026
Uhrzeit
14:00 – 17:30 Uhr
Begleitung
N. N.
Plätze
15 von 15 frei

Ein Nachmittag für alle, die eine eigene Insel gründen möchten — ab zwei Personen ist das möglich.

In der Praxis

So läuft ein Inseltreffen

Der Steinkreis Strukturierter Austausch – jeder spricht, wenn er den Stein hat. Zuhören und sich zeigen.

Der Steinkreis ist eine strukturierte Form des Gesprächs. Nur wer den Stein (symbolisch oder physisch) hält, spricht – alle anderen hören aufmerksam zu. Diese Form hilft, Unterbrechungen und Besserwisserei zu vermeiden und echte Begegnung zu ermöglichen.

Wir haben in den vergangenen Jahren ein bewährtes Verfahren, den Redestein, genutzt. Damit wird ein Gruppengespräch über persönliche und gesellschaftliche Themen nach unserer Beobachtung am besten organisiert. Der Redestein hat eine ähnliche Funktion, wie sie der Redestab bei Indianern hat.

Du sprichst erst dann, wenn du den Stein hast. Der Stein wird reihum gereicht, doch du musst nichts sagen, sondern kannst ihn still bei dir halten, solange es dein Bedürfnis ist und es von den anderen akzeptiert wird. Oder du reichst ihn kommentarlos weiter.

Bei einem Online-Gesprächskreis bietet es sich an, in alphabetischer Reihenfolge der Vornamen den virtuellen Redestein weiterzugeben. Wer mit seinem Beitrag fertig ist, sagt: „Ich bin fertig.“ Das ist zugleich die Aufforderung für die nächste Person zu sprechen.

Durch die Verlangsamung des Gesprächsablaufs hilft dir der Steinkreis, aus der eigenen Tiefe heraus zu sprechen. Über das zu sprechen, was dich wirklich berührt, das ist gemeint mit sich zu zeigen. Das bloße Reagieren auf andere oder sie zu kommentieren wird dadurch verhindert oder zumindest gebremst. Außerdem stellt der Steinkreis sicher, dass sich alle Teilnehmer gleichberechtigt einbringen können.2 Es geht nicht darum, Lösungen zu finden, sondern einander mit echtem Interesse zu begegnen. Dadurch können sich jedoch auch persönliche Probleme ohne jede Besserwisserei klären. Weitere Hinweise dazu in den Spielregeln.

Unsere Haltung Wie wir mit Regelbrüchen, alten Mustern und der Entwicklung der Gemeinschaft umgehen.

Wir bleiben konsequent an der Entwicklung dieser Haltung dran – auch wenn wir einmal gegen unsere Prinzipien verstoßen. Jeder Regelbruch, der uns oder andere leiden lässt, ist ein Weckruf, sich wieder an unser Motto zu erinnern und entsprechend zu handeln. Dabei gehen wir liebevoll auch mit uns selbst um und machen uns keine Vorwürfe, wenn wir an alten Mustern noch festhängen.

Unser Verhalten messen wir daran, ob es der Verbundenheit dient und Liebe unter den Menschen fördert. So begeben wir uns auf eine Entdeckungsreise, um immer tiefere Verbindungen zwischen individuellem Wohlbefinden und gemeinsamem Wohl zu erforschen und zu praktizieren.

Wir sind uns bewusst, dass das Leben im Jetzt stattfindet. Die Vergangenheit ist im Jetzt enthalten und bildet die Grundlage für unsere Zukunft. Auch den Umgang mit dieser Tatsache wollen wir lernen.

Arbeitsmaterialien Handlungsanleitungen und Spielregeln für unsere Treffen.
Vorläufig, Verbesserungsvorschläge erwünscht

Der Leitfaden für die Inseln

  1. Wir führen die Gespräche in der Insel möglichst so, dass sich die negativen Gefühle auflösen und zu einer positiven Klärung der Probleme führen.
  2. Vor dem Ende des Treffens wird gemeinsam überlegt, wie die gewonnenen Einsichten bis zum nächsten Treffen im Alltag lebendig werden können.
  3. Wir tauschen uns in jedem Inseltreffen über die alltäglichen Erfahrungen mit den gewonnenen Einsichten aus.
  4. Wir fühlen, denken, sprechen und handeln in eigener Verantwortung. Denn jeder Mensch kann seine persönlichen Probleme nur selbst lösen.
  5. Wir stehen anderen Inselbewohnern zur Seite, wenn sie in Not sind, soweit es uns möglich ist und wir es auch möchten. Dabei bestehen keine gegenseitigen Ansprüche. Wir gehen jedoch davon aus, dass alle Inselbewohner die vier Grundeinstellungen mitbringen.
  6. Negative Gefühle können zu Spannungen in der Insel führen. Wir schieben sie nicht auf andere ab. Wir sprechen darüber, wenn andere in uns selbst negative Empfindungen auslösen.
  7. Wir beurteilen keine Personen. Zu den Auffassungen und Verhaltensweisen anderer können wir unsere eigene Sicht äußern.
  8. Sollten durch starke negative Gefühle Konflikte entstehen, die nicht gelöst werden können, entscheidet die Gruppe demokratisch nach dem Mehrheitsprinzip über das weitere Vorgehen.
  9. Wir nehmen regelmäßig an den Inseltreffen teil und melden uns ab, wenn wir verhindert sind.
  10. Jede Insel richtet einen Chat für alle Inselbewohner auf Signal ein. Dort erfolgen die Abmeldungen, wenn man verhindert ist. Außerdem können dort persönliche Erfahrungen ausgetauscht werden.
  11. Mit Zustimmung beider Seiten können jederzeit auch außerhalb der Inseltreffen persönliche Kontakte untereinander aufgenommen werden.
  12. Äußerungen über die persönliche Lebenssituationen, die in der Insel erfolgen, dürfen von den anderen nicht an Dritte weitererzählt werden. Bei Zuwiderhandlung kann ein Inselbewohner ausgeschlossen werden.
  13. Eine Ausnahme ist denkbar, wenn in der Insel über akute Gefahr für Leib und Leben gesprochen wurde.
  14. Über die gewonnenen Einsichten in der Insel und über das Inselleben selbst kann überall berichtet werden.
  15. Verbundenleben dient weder dem Geldverdienen noch der Gründung ideologischer, esoterischer oder religiöser Gruppierungen. Wir wollen durch das Inselleben ein immer gründlicheres Verständnis unserer Wirklichkeit gewinnen, um sinnvoll handeln zu können. Wirklichkeit ist das, was auf uns einwirkt und in uns wirksam ist.
Was wir dabei lernen

Jede Äußerung ist eine Aussage über die Person, die sie macht

Wir müssen lernen, dass jede Äußerung immer eine Aussage über die Person ist, die sie macht. Wenn ich sage, du bist doof, dann hat das nichts mit dir zu tun, sondern nur mit mir. Dann schaust du, was es mit dir macht und kannst dich entsprechend äußern. Das kann hin und her gehen und dabei kann der Hintergrund für die Aussage „du bist doof“ immer klarer werden, vielleicht nur für einen von beiden, im günstigen Fall für beide.

Entscheidend dabei ist, dass wir nicht den anderen ändern wollen und auch nicht uns ändern lassen. Wenn das völlig klar ist, dann kann doch gesagt werden, was man will. Es gibt keine Konflikte mehr. Jeder muss mit seinem miesen Gefühl, wenn er sagt oder denkt, du bist doof, selbst klar kommen. Dann gibt es auch keinen Ärger mehr über andere.

Wenn man sich nicht mehr ärgert, hat man die Ruhe, aufzupassen, dass mir kein Schaden zugefügt wird. Davor kann ich mich selbst schützen und erwarte nicht mehr, dass mir die anderen nicht mehr weh tun sollen. Weil sie die psychologische Macht über mich verloren haben. Und ihre reale Macht, mit der sie mir vielleicht Schaden zufügen können, trifft auf einen klaren Kopf, der bestmöglich darauf antworten kann.

In Arbeit

Vorschläge zur Durchführung der Inseltreffen

Die Inseltreffen beginnen mit einem kurzen Bericht über die alltäglichen Erfahrungen mit den Inseleinsichten. Danach hat jeder Inselbewohner die Möglichkeit, ein Thema, das ihn beschäftigt, für dieses Treffen vorzutragen. Danach entscheiden die Teilnehmer der Inseln über das Thema dieses Treffens.

Weitere Beschreibung folgt.

Einblicke

Fotos aus den Gruppen

Hier erscheinen bald Eindrücke aus den Inseltreffen.

Mitglied werden Den Verein tragen und die Vernetzung der Inseln untereinander möglich machen.

Vertiefende Themen

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